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BPMNs Modellieren

Einleitung

Bei der Modellierung von Geschäftsprozessen im ProcessCube werden zwei zentrale Modellarten unterschieden:

  1. Fachliches Prozessmodell â€“ beschreibt, was erreicht werden soll, ohne technische Details oder Systeminteraktionen.
  2. Integratives Prozessmodell â€“ beschreibt, wie etwas erreicht wird, inklusive Systeminteraktionen.

Diese Modelle werden durch das Integrationsframework ergänzt, um eine ganzheitliche Prozesssteuerung zu ermöglichen.

Fachliches Modell

Das fachliche Model dient der Beschreibung der Prozesse aus der Sicht der Fachabteilungen. Es beschreibt die Abläufe, Verantwortlichkeiten und Interaktionen zwischen den Abteilungen. Hierbei wird auf technische Details verzichtet und der Fokus auf die fachliche Logik gelegt.

Tipps fĂĽr die Modellierung

  • End-Event zuerst: Einen neuen Prozess idealerweise mit dem End-Event beginnen. Dies macht das Ziel des Prozesses sofort erkennbar und verhindert eine unnötige Erweiterung mit Aktivitäten, die in einen anderen Bereich gehören.
  • Lanes als Verantwortung: Lanes repräsentieren Verantwortlichkeiten/Bereiche. Dadurch wird sofort sichtbar, wer fĂĽr welche Aufgaben zuständig ist. Bei der EinfĂĽhrung des ProcessCube können darĂĽber direkt Berechtigungen fĂĽr die Automatisierung abgeleitet werden.
  • Pools bezeichnen den Prozess: Der Pool sollte den Prozess benennen und nicht eine Abteilung. Die Abbildung von Abteilungen erfolgt ĂĽber Lanes.
  • Message-/Signal-Events fĂĽr Prozessinteraktion: Prozesse aus verschiedenen Bereichen sollten ĂĽber Nachrichten- oder Signal-Events interagieren, um eine klare Trennung und Synchronisation zu gewährleisten. In manchen Fällen kann eine Call-Activity sinnvoller sein.
  • Benennung von Events: Ereignisse sollten so benannt werden, dass sie bereits eingetretene Zustände widerspiegeln (z. B. „Rechnung eingegangen“ statt „Rechnung prĂĽfen“).
  • Benennung von Aktivitäten: Aktivitäten sollten als auszufĂĽhrende Handlungen formuliert werden (z. B. „Bestellung prĂĽfen“ statt „Bestellung“).

Bei der Modellierung mit dem ProcessCube® sollte zusätzlich zu den Symbolen und der konkreten Beschreibung der Element die Dokumentation für die fachliche Beschreibung der Prozesse genutzt werden.

Integratives Modell

Das integrative Modell beschreibt die technischen Details der ProzessausfĂĽhrung, insbesondere die Interaktion mit IT-Systemen und Drittsystemen. Es ist eng mit der Low-Code-Integration ĂĽber Flows im ProcessCube verbunden.

Prinzipien fĂĽr das integrative Modell

  • Technische Umsetzung der fachlichen Prozesse: Die im fachlichen Modell definierten Abläufe werden durch Systeminteraktionen ergänzt.
  • API-Aufrufe, External-Task und DatenflĂĽsse abbilden: Integrative Prozesse beinhalten API-Aufrufe, Datenbankabfragen oder andere technische Schritte, die zur ProzessausfĂĽhrung notwendig sind.
  • Fehlerhandling berĂĽcksichtigen: Integrative Modelle sollten Mechanismen zur Fehlerbehandlung und Wiederholung fehlgeschlagener Prozesse enthalten.

Bei der Modellierung mit dem ProcessCube® sollte zusätzlich zu den Symbolen und der konkreten Beschreibung der Element die Dokumentation für die technische Integration verwendet werden.

Ergänzung

Durch diese Aufteilung in fachliche und integrative Modelle wird eine klare Trennung zwischen geschäftsorientierten und technischen Aspekten der Prozesse erreicht, was die Lesbarkeit, Wartbarkeit und Automatisierung erheblich erleichtert.

Dieses Vorgehen dient der UnterstĂĽtzung sowie besseren Kommuniktaion, sollte aber nicht zu dogmatisch befolgt werden.

Jede der Ebene kann fĂĽr die bessere Beschreibung in sich geschachtelt werden, dabei ist aber zu beachten, dass dies immer die Komplexität erhöht und die Lesbarkeit erschwert.

BPMN nutzt eine Mischung aus grafischer Notation und präziser, geschäftsnaher Sprache, sodass sowohl Fachabteilungen als auch IT sie verstehen können.